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Ich, Süssmann, der Jude von Tulln

Mi., 11.03.2026 19:00

Paulussaal von St. Stephan

"Ich, Süßman, der Jude von Tulln." Die Tullner jüdische Gemeinde im Mittelalter

Referentinnen:  PD Dr. Eveline Brugger MAS, PD Dr. Birgit Wiedl MAS (Institut für jüdische Geschichte Österreichs, St. Pölten)

Datum:  Mittwoch,  11. März 2025, 19.00 Uhr

Ort:  Paulussaal, Wiener Straße 20, Tulln

Beitrag:  Spende nach ihrem Ermessen

Die ersten Quellen, die auf eine jüdische Ansiedlung im mittelalterlichen Tulln schließen lassen, stammen aus der zweiten Hälfte des 13. Jh. Im frühen 14. Jh. treten dann die ersten Tullner Jüdinnen und Juden namentlich in den Quellen auf, wobei von Anfang an die enge Verbindung der Tullner Judenschaft zum Wiener Raum deutlich wird: Das jüdische Ehepaar Jöslein und Hendlein kaufte 1315 einen Weingarten in Grinzing, 1329 treten der Tullner Jude Süßman und seine Frau Rainel als Mitbesitzer eines Hauses in der Wippplingerstraße auf.
Von da an lassen sich jüdische Bewohner Tullns bis zur Vertreibung der österreichischen Judenschaft 1420/21 nachweisen. Diese Zeit war vom weitgehend friedlichen Zusammenleben mit der christlichen Mehrheitsbevölkerung geprägt, sie war jedoch auch nicht frei von Ausbrüchen antijüdischer Gewalt: In hebräischen Quellen erscheint Tulln im Jahr 1338 als eine der „Blutstädte“, in denen es nach einer behaupteten Hostienschändung in Pulkau zu blutigen Verfolgungen kam.
Der interessante Vortrag wird einen geschichtlichen Abriss der mittelalterlichen, jüdischen Besiedlung Tullns zeigen.